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PODCASTBLOG 2.2: Regeln, Grenzen, Freiheit & Selbstbestimmung in der Kindererziehung

Hallo und herzlich willkommen in deinem Podcast für kraftvolle selbstbestimmte Weiblichkeit, Schwangerschaft und Mutterschaft. 

Mein Name ist Pia Mortimer und ich begleite dich auf deinem Weg zu dir selbst und in die Verbindungen zu deinem Kind. 


Mehr über mich und meinr Arbeit findest du unter www.pia-mortimer.de oder über meine Facebook Seite: selbstbestimmt leben & gebären. 


Diese Podcastfolge ist der letzte Teil der dreiteiligen Serie: 


Um unsere kinder zu starken Erwachsenen zu machen, müssen wir das Kind in uns heilen. 

Über Regeln, Grenzen, Freiheit und Selbstbestimmung in der Kindererziehung. 


Die Fragen, mit der wir gemeinsam in diesen Serien beschäftigen haben, waren und sind: 


Welche Regeln und Grenzen braucht dein Kind? 


Wie kannst du diese auf liebevolle und achtsame Weise setzen? 


Und was passiert in uns selbst, wenn wir unseren Kindern Grenzen setzen? 


Falls du die beiden vorangegangen Folgen noch nicht gehört hast, würde ich dir empfehlen, sie zuerst zu hören oder den ersten & zweiten teil zu lesen. 


Falls doch, kommen wir nun zum letzten Punkt: 


Meine These: 

Du gibst das weiter, wie mit dir als kleines Mädchen oder kleiner Junge ungegangen wurde. 


Und ich kann es nicht oft genug sagen: 

Um unsere Kinder zu starken Erwachsenen zu machen, müssen wir das Kind in uns heilen. 


Das klingt weniger esotherisch als es ist. 

Was ich meine: 

Der Umgang, all die Regeln, der Ton, wie mit dir gesprochen wurde, all das hast du dir als kleines Mädchen im warsten Sinne des Wortes einverleibt.

Die Erfahrungen, die du in deinem Leben gemacht hast und seist du nich so klein gewesen, haben sich in deinem Körper gespeichert. In dem Zellgedächnis deiner Körperin. 


Die Erinnerungen werden bewusst oder unbewusst wach, wenn du in ähnlichen Situationen bist, wie damals. 

In stressigen Situationen, die du als Frau und Mutter erlebst, greifst du intuitiv und meistens unbewusst zu den Regeln und Gesetzen, die du als Kind von deinen Eltern erfahren hast. 


Es werden alten Erfahrungen, die du als kleines Mädchen gemacht hast wach, wenn du mit deinem Kind in ähnliche Situationen kommst. 


Und das meine ich im positiven, wie im negativen. 


Um genauer zu verstehen, was ich damit meine, lade ich dich ein, kurz deine Augen zu schließen und dir vorzustellen, du hörst gerade das Lied im Radio, zu dem du als Teenager in der Disco getanzt hast....  


Jetzt werden wahrscheinlich gerade großartige Gefühle voller Freude und Freiheit in dir wach....

Du hast vielleicht innerlich vor Augen, mit wem du damals da warst, wie du getanzt hast, wie es gerochen hat, was du damals am liebsten getrunken hast. 


Höchst wahrscheinlich, bist du innerlich gerade in einem ähnlichen Gefühl, wie du es damals hattest... 


Und darauf will ich hinaus!

Dieses Beispiel, ist eine positive Erinnerung an das gewesen, was du als junge Frau empfunden hast. 

In dem Moment, wo du dieses Lied im Radio hörst, erinnert sich deine Körperin an all die Gefühle, die du damals hattest. 


Wahrscheinlich warst du blitzschnell in dem alten Gefühl, als du innerlich gerade dein Lied im Radio gehört hast... 


Genau das, passiert auch, wenn wir durch äußere Situationen bewusst oder unbewusst an negative Erinnerungen kommen... 


Ein negatives Bespiel, ist bei mir Brokkoli! Selbst der Geruch von Brokkoli, löst in mir unwillkürlich eine große Abneigung- und enges Gefühl im Hals aus.

Warum?

Ich kann mich an Situationen erinnern, in der ich als kleines Mädchen Brokkoli essen musste, obwohl ich ihn nicht mochte! Meine Körperin hat als Kind mit Würgereiz reagiert und dennoch habe ich ihn essen müssen. 

Selbst der Geruch von diesem grünen Baumgemüse, löst noch heute gebau die selben Erinnerungen in meiner Körperin aus.


So was meine ich mit eher negativer Erfahrung.... 

Und das meine ich mit Erfahrungen, die wir uns einverleibt haben und die sich unsere Körperin wie gemerkt hat... 


Kommen wir nochmal zurück zum Titel dieser dreiteiligen Serie: 

Um unsere kinder zu starken Erwachsenen zu machen, müssen wir das Kind in uns heilen.


Anhand dieses beschissenen Brokkoli Beispiels, möchte ich dir nun die 2 möglichen Wege aufzeigen, die wir Erwachsenen nun haben. 


Entweder: wir machen es genauso, oder wir machen es anders. 


Heißt in meinem Fall:

entweder ich zwinge meine Kinder zu dem, wie ich  es gelernt habe, oooooder und hier kommen wir zu dem großen Punkt: 

Ich schaue mir ganz bewusst und wachsam an, wie das damals war... wie ich mich Gefühl habe, wie ich es erlebt habe... Ich schaue als Erwachsene Pia, dieses kleine Mädchen an und nehme ganz liebevoll und bewusst wahr, was sie gebraucht hätte.


Das meine ich mit dem Heilen des inneren Kindes. 



Du hast von deinen Eltern nicht nur gelernt, wie man Messer und Gabel richtig benutzt, sondern auch, was dir drohnte, wenn du es nicht getan hast. 


Ein weiteres praktisches Beispiel aus meiner Kindheit: ich durfte am Essenstisch nie singen, wurde als Mädchen sofort ermahnt, wenn ich derartiges tat. 

Und dann kam der Tag x, an dem meine Tochter am Essentsich das erste mal begann freudig vor sich hin zu trällern. 

Blitzschnell entstand in mir der Impuls: "hör sofort aber sofort auf damit!!!" 

Und zwar genau mit den Worten und dem Tonfall, wie es damals zu mir gesagt wurde.

Ich hatte als kleines Mädchen ganz genau gelernt, wie man mit der Art Unerzogenheit umgeht und in dieser stressigen Situation wurde dies erlernte Wissen wach. 


Ich lerne noch heute, immer wieder sehr wachsam bei den Regeln und Grenzen für meine Kinder zu sein.


Stelle mir immer wieder die Frage: 

Ist diese Regel gerade wirklich wichtig? 

Oder setze ich nur das fort, was ich selbst als Kind gelernt habe, obwohl es mir erstens Schmerz bereitet hat, den ich meinem Kind zweitens heute etsparen kann, weil die Regel oder die Grenze nicht wirklich wichtig ist. 


Meine Schlussfolgerung zum Thema Singen am Tisch: 

Was für ein Scheiß! 

Sorry, aber nenn mir einen wirklich zu tiefst wichtigen Punkt, am Tisch nicht zu singen, wenn auch gegessen wird!? 

Wird dabei jemand verletzt? 

Tut es irgendwem weh? 

Geht etwas kaputt? 

Gefährdet es den glücklichen Werdegang meines Kindes, gefährtet es ein Leben mit starker, lebendiger Persönlichkeit? 

Darf das Essen nicht mit Freude auf allen Ebenen genossen werden? 


So. 


Selbstverständlich darf gesungen werden. 

Punkt. 


Worauf ich hinaus will und das ist mein erster Tipp: 


Schau dir zum Einen an, welche gesellschaftliche Prägung du durch deine Eltern erfahren hast. 

Wie wurde mit dir als keines Mädchen oder Junge umgegangen? 


Tipp 2: 

Denke an Situationen als Kind, an die du dich ungern erinnerst. 

Das meine ich ernst. 


Wie wurde mit dir umgegangen? 

Welche Grenzen hat sie kleine in dir bekommen? 

Wie wurde die Kleine in dir damals von deinen Eltern gehalten, gesehen, begleitet? 


Da, wo der größte Schmerz ist, ist dein größtes Wachstumspotenzial! 

Für dich und für deine Kinder. 


Denn in dem Moment, wo du erkennst und integrierst, welche schmerzhaften Sätze, Worte oder Handlungen du als Kind gehört, gesehen, erlebt hast, wirst du es mit sehr großer Wahrscheinlichkeit nicht an dein Kind weiter geben, sondern anders machen.

Und das ist das Ziel. 


In dem dritten und letzten Tipp, ist ein kleiner Einstieg in die praktische Arbeit mit deinem inneren Kind.

Eine kleine Reise, auf der du deinem inneren Mädchen oder Jungen begegnen kannst, in dem du dir folgende Fragen stellst: 


An welche unangenehmen Erfahrungen kannst du dich aus deiner Kindheit erinnern? 


Wie fühlt sich deine Körperin oder dein Körper an, während du dich erinnerst? 


Wie fühlt sich deine Brust an? 


Wie fühlt sich dein Bauch an? 


Bist du angespannt oder entspannt? 


Fühlst du Freiheit oder Enge? 


Vielleicht siehst du dieses kleine Mädchen oder diesen kleinen Jungen gerade vor dir. Versuch dieses kleine Kind innerlich liebevoll in den Arm zu nehmen und ihm zu sagen, dass es sicher, geborgen und geliebt ist. 



Ein allerletzten Tipp habe ich noch: 

Scheiß drauf, was andere sagen oder wie andere es machen. 

Wir Menschen, also auch unsere Kinder, sind so einzigartige, individuelle Wesen, denen man nicht ein uns das selbe Konzept von Regeln und Grenzen überstülpen kann. 


Du als Mama, du als Papa,- ihr habt das allerbeste Gespür für den gesunden Wachstum eures Kindes!


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Wow! Das war der letzte Teil dieser Serie! Ich hoffe, es hat dir gefallen, dich zum Nachdenken und Nachspüren eingeladen und dich ermutigt, deinen selbstbestimmten Weg durch deine goldene Mutterschaft zu gehen. 


Auf dem Blog meiner Website, werde ich meine Worte für dich abtippen und ihn auch auf meiner Facebook Seite zum Nachlesen veröffentlichen. 


Ich danke dir von Herzen fürs lauschen und hinspüren und danke dir für deine Offenheit für dich selbst und für dein Kind. 


Lass dich sinken, in deine Tiefe, in deine Wahrheit, in deine weise Körperin und entdecke den goldenen Schatz, den du in dir trägst. 

Es ist nie zu spät, du selbst zu sein! 


In diesem Sinne, bis bald! 

Pia Mortimer

Golden Birth