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PODCASTBLOG #2.1:Regeln, Grenzen, Freiheit & Selbstbestimmung in der Kindererziehung

Hallo und herzlich willkommen in deinem Podcast für kraftvolle Weiblichkeit, deine bewusste Schwangerschaft, deine natürlich sanfte Geburt und deine selbstbewusste Mutterschaft

Mein Name ist Pia Mortimer und ich begleite dich auf deinem Weg zu dir und deinem Wunschkind. 

 

Mehr über mich und meinr Arbeit findest du unter www.pia-mortimer.de oder über meine Facebook Seite: selbstbestimmt leben & gebären. 

 

Diese Podcastfolge ist der zweite Teil der dreiteiligen Serie: 

Die Fragen, mit der wir gemeinsam in diese dreiteilige Serie gehen ist:

 

Welche Regeln und Grenzen braucht dein Kind?


Wie kannst du diese auf liebevolle und achtsame Weise setzen?


Und was passiert in uns selbst, wenn wir unseren Kindern Grenzen setzen?

 

 

Wenn du die erste Folge dieser Serie noch nicht gehört oder gelesen hast, möchte ich dor empfehlen, sie jetzt zu hören oder zu lesen, bevor du  dieser Folge weiter lauscht.

 

Wenn du die erste Folge dieser Serie bereits gehört hast, bist du bereits in den Genuss meiner 7 Tipps zum Thema: ,,Das artige Kind" gekommen.

 

In dieser heutigen Podcastfolge geht es um die eigene Überforderung in der Kindererziehung.

 

Auch heute habe ich wertvolle Tipps und Anrgeungen zu diesem Thema vorbereitet und ich lade dich hiermit ein, gemeinsam mit mir zu forschen.

 

Die eigene Überforderung möchte ich zunächst in 2 Kategorien einteilen:

 

  • Kategorie 1: entsteht dadurch, dass wir versuchen den Bedürnissen unserer Kinder und unseren eigenen gleichzeitig gerecht zu werden.Hier geht es also um die Frage: Wie zur Hölle befreie ich mich von diesem Anspruch an mich selber???

 

  • Kategorie 2: handelt von der Art Überforderung: Wie kann ich Regeln und Grenzen setzen, wenn mein Kind gerade eine andere Idee hat???

 

Wir starten mit der Kategie 1:

Natürlich passiert es uns, dass wir überfordert mit dem Willen und den Bedürnissen unseres Kindes sind.

 

Überforderung entsteht bei mir häufig daraus, dass ich versuche den Bedürfnissen meiner beiden Kinder, denen meines Mannes und gleichzeitig meinen Eigenen gerecht zu werden.
Dann ist noch die Wäsche machen, in der Küche siehts aus wie sau, morgen kommt meine Mutter und nicht nur, dass ich seit gefühlten 10 Jahren nicht zum staubsaugen gekommen bin, dieser fucking Staubsaugerbeutel ist voll bis zum Anschlag, weshalb der Sauger seinen  Dienst gerade eh nicht tut.
Ist das ätzend.

Ätzend, weil ich mir selbst unheimlich viel Druck mache und mich selbst dabei total vergesse. 

Niemandem ist geholfen, wenn du in der Spirale aus ,,ich muss noch" und ,,ich hab noch nicht", am Ende des Tages hoffnungslos und gefrustet dasitzt. 

 

An diesen Tiefpunkten meiner Anspruchskarriere, hab gabs aus meiner Frustration noch ein gratis Anschauzer für mein Mann von mir. 

 

Das ist nicht cool und bringt niemandem irgendwas.  

Mit allem, was du bist, bist du gebau richtig! 

 

Du gibst täglich dein allerbestes für deine Kinder, deinen Mann und wahrscheinlich auch für den Haushalt und es reicht. 

 

Du bist ausreichend, weil du vollkommen bist! 

Nimm dir Zeit für dich, um dich genau dafür mal mit einem ausgiebigen Bad, Spaziergang oder Tee zu feiern! 

Du bist es wert! 

 

Ich weiß, ich weiß, dass es verdammt schwer ist, sich Zeit für sich selber zu nehmen. Und nein, die Zeit zwischen hose runter und pipi machen reicht nicht... falls du da überhaupt allein bist ;) 

 

Vielleicht beginnst du mit 10 kostbaren Minuten am Tag und dann hoch die Tassen: auf deine einzigartige Vollkommenheit! 

 

Für eure Familie ist tatsächlich wichtig, dass Wäsche gewaschen, Essen gekocht und deine Kinder durch die emotionalen Berg ubd Talfahrten des alltäglichen Lebens begleitet werden. 

 

Die Zufriedenheit deines Tages, bestimmst letzendlich du selbst! 

Wenn mein Sohn schlafen muss, kann meine Tochter nicht mehr Baustelle spielen.

Wenn meine Tochter verzweifelt über meine Begrenzung bei der Nahrungsaufnahme der Süßigkeiten, begleite ich sie und kann in dem Moment nicht mit voller Aufmerksamkeit bei meinem Sohn sein.... 

 

Und nein, ich glaube, es geht nicht anders. Ich glaube, alles, was wir Mehrfach-Muddis an der Stelle tun können ist: ruhig bleiben und einen Schritt nach dem Anderen machen. 

 

Du muss nicht alles gleichzeitig können. Musst du nicht. 

Meiner dreijährigen Tochter zum Bespiel, erkläre ich, dass ihr Bruder noch sehr klein ist und noch viel Schlafen muss, damit er bald mit ihr schaukeln kann. Ich schlage ihr vor, dass ich, während der Kleine in der Trage schläft, bei ihr einkaufen kommen könnte, wir ein Buch lesen könnten oder ein Bild malen könnten. 

 

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Und dann gibt es da noch diese andere Art von Überforderung... und hier kommen wir zu 
 
Kategorie 2:

Die, wenn sich dein Kind im Supermarkt  schreiend auf dem Supermarktboden wirft und auch dabei unter drei Aufstellregalen vergräbt.

Diese Art von Überforderung, weil sich die ganzen Omis mit ihrem fucking trolly kopfschüttelnd genau in dem Moment an uns vorbei quentschen müssen.
Omis à la: "also in meiner Zeit, also da hätte es das nicht so... also.... naja..." wenn dann die Augenbrauen hoch und die Mundwinkel runter gehen, ist die Stimmung auf dem Höhepunkt.


Danke dafür. Das ist wirklich sehr, sehr hilfreich. Vielen Dank.

 

Ich sprach in der ersten Folge dieser Serie schon von den gesellschafzlichen Dogmen und Glaubenssätzen über "das artige Kind".
Ich sprach über all den Druck von Außen, der unser Inneres auf ein Raum von unter einem quadratmeter schrunpfen lässt und kein Platz mehr für Atmung bleibt.
Ich sprach von den alt verrosteten Ketten, die wir ablegen können, um einen freien und selbstbestimmten Umgang mit unseren Kindern zu finden.


Vielleicht hilft es dir, auch diese Folge zu hören, um dem Thema in Gänze begegnen zu können.

Dennoch habe ich für diese wirklich überfordernden Situationen, in dem du schwitzend vor deinem wutentbrannten Kind stehst, einige weitere Tipps für dich. 

 

Ja, wow, dein Kind ist in dir und nur durch dich entstanden,- wie heftig ist das eigentlich?? 

Häufig kommen wir nur leider in ein Gefühl, als würde unser Kind ein Teil unserer Persönlichkeit zum Vorschein bringen, die wir ungern vor (fremden) zeigen.

 

Das, was unser Kind in den Momenten zeigt, haben wir Erwachsenen uns hart abtrainiert: 

Sie zeigen und leben ihre Bedürnisse und Grenzen mit Haut und Haar. Meint: mit allem was sie sind: mit ihrem Körper, ihren Geist und ihrer Seele. 

 

Wir Erwachsenen haben es uns abtrainiert, weil wir möglicherweise Eltern hatten, die uns danach bestraft haben. Sei es mit Blicken, mit Worten oder mit Schmerzen

 

Auch als wir beiden, du und ich, noch Kinder waren, war es unseren Eltern schon kaum möglich, wirklich bei dir als Kind zu bleiben, während wir uns mit unseren Bedürnissen und Grenzen so gezeigt haben. 

 

Wir haben als Kinder gelernt: "oh ha! Wenn ich das tue, dann ist Mama wütend, traurig oder peinlich berührt oder was auch immer."

 

Und wir haben uns dafür die Schuld gegeben. 

Und das ist bullshit! 

 

Wir machen uns niemals schuldig, wenn wir unsere Bedürfnisse und Grenzen zeigen! Damals nicht und auch heute nicht!

Versuche dein Kind in seiner Lebendigkeit zu sehen und es in seinem Wutanfall zu begleiten. 

 

Wie?

 

 Sei da. Geh nicht weg, auch wenn die Sitauation gerade fast unerträglich peinlich ist und du dich durch dein Kind bloßgestellt fühlst. Bestrafe es nicht, nur weil dein Kind durch das Zeigen von Bedürfnissen und des eigenen Willens, unangenehme Gefühle in dir auslöst. 

 

Wenn dein Kind versucht seinen Willen gegen deine Regeln durch zusetzten, versuch sie mit liebevollen Augen zu sehen. Du bist die Große und sie ist die Kleine! 

 

Es darf gegen deine Regeln sein. 

Aber du darfst genauso für deine Regeln sein, bei ihnen bleiben und sie darf sich daran reiben. 

 

Versuch dich also in dem Moment ruhig zu ihm zu stellen, sag deinem Kind, dass du verstehen kannst, dass es gerade wirklich schwer ist, dass es blöd ist, dass wir nicht alles kaufen können. 

 

 

Denn der Punkt ist: 

Dein Kind wird sich automatisch dann beruhigen, wenn es sich verstanden, gesehen und gehalten fühlt. 

Wenn du es stehen lässt, dein Kind anschreist oder es mit Worten oder Taten verletzt, wird es mit sehr großer Wahrscheinlichkeit nicht besser, sondern verstärkt die Abwärtsspirale nur noch mehr. 

Kommen wir zum letzten Punkt: 

 

Und ja, natürlich zeigt dir dein Kind in manchen Situationen schonungslos, wie du mit ihm umgehst. Im positiven wie im negativen! 

 

Meine Tochter ist mein Spiegel. 

 

Natürlich wählt sie die Worte, die sie kennt. Sprich: die Worte, die mein Mann und ich benutzen. 

Und sie sagt diese Worte in dem Tonfall, in dem wir mit ihr sprechen. Im positiven wie im negativen....

Und manchnal bleibt mir der Mund offen stehen, wenn meine Tochter mich nach einem Nein meinerseits ansieht und sagt: 

,,wenn du so bist, dann mach ich das jetzt trotzdem." 

 

Haha... und aua... 

Gesellschaftlich erlernter Impuls: "so gehst du nicht mit mir um!" 

Eigentlicher Impuls auf grund der Genialität meiner Tochter: lauthals lachen!

 

Weil ganz ehrlich: wie cool muss man sein, dass man seiner Mama sowas sagt?? 

Und es geht jetzt selbstverständlich darum, dass ich mit ihr im Kontakt bleibe, bei meiner Regel bleibe und versuche mir diese unheimliche herzenshüpfende Freude aufgrund ihrer Genialität nicht anmerken zu lassen. 

 

Das, was meine Tochter gerade mit ihren 3 Jahren macht, hat nichts mit Respektlosigkeit zu tun! 

Sie probiert sich aus. In ihrer strotzenden Lebendigkeit, will sie natürlich das tun, was sie für richtig hält!

 

Und ganz ehrlich: Wer will das nicht?? 

 

Und sie darf das sagen, darf anderer Meinung sein, ihren Willen zeigen und der darf sich auch von meinem unterscheiden, ohne dass sie damit respektlos ist! 

Sie ist respektvoll sich selbst gegenüber und steht für sich ein und genau das ist genial!!! 

 

Mein letzter Tipp also lautet: 

Regeln setzen und Kompromisse finden. 

 

Manchmal ist es wichtig, für dein Kind standhaft bei dem zu bleiben, was du gesagt hast. Bei deiner Regel. 

Denn an ihnen können sie ich orientieren, halt finden und sich selber spüren. 

Ich sagte in der ersten Folge dieser Serie bereits: 

Versuche deine Regeln ruhig, klar und für dein kind verstänlich zu erklären. 

Was ist auch sagte war:

Versuche nur einzelne, wirklich wichtige, notwendige Regeln zu setzen.  

Überprüfe also immer wieder mal, ob die gesetzten Regeln von großer Notwendigkeit sind ooooder: 

Ob du an der Stelle, wo dein Kind dir mit eigenem Willen gegenüber steht, ein Kompromiss finden kannst. 

 

Dann ist es in der Praxis vielleicht erstmal wichtig, dass du bei deiner Regel bleibst, sie nochmal ruhig erklärst und sagst, dass  sie später das machen kann, was sie gerade wollte. Erkläre auch, warum das, was dein Kind gerade wollte, gerade schlichtweg nicht geht. 

Wenn du keine Argumente dafür findest, ist das leider ein Indiz dafür, dass diese Regel nicht wirklich notwenig ist ;). 

 

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Ich danke dir von Herzen fürs lauschen und hinspüren und dankr dir für deine Offenheit für dich selbst und für dein Kind. 

 

 

Lass dich sinken, in deine Tiefe, in deine Wahrheit, in deine weise Körperin und entdecke den goldenen Schatz, den du in dir trägst. Du bist ein Geschenk für diese Welt. 

 

In Lieben, 

Pia Mortimer

Golden Birth